Spritzbetonstollen in historischen Grund – Hohe Straße Köln

Ein herausragendes Beispiel für einen sog. Kölner Stollen in Spitzbetonweise mit hohem Schwierigkeitsgrad ist das Großprojekt Hohe Straße in der historischen Kölner Innenstadt. Im Auftrag der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR, haben wir hier in einem Zeitraum von mehr als drei Jahren in geschlossener Bauweise das über 100 Jahre alte Kanalrohrsystem erneuert.

Die Entscheidung für Spitzbeton als Stollenverbau hatte gleich mehrere Gründe: kreuzende Leitungen, eine angespannte Verkehrssituation, schwierige Baugrundverhältnisse und archäologische Anforderungen. Der Einsatz modernster Spitzbetontechnik belastet die Umwelt in geringstem Maße und ist bei schwierigen Bodenverhältnissen Voraussetzung für eine fast setzungsfreie Bauweise.

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Während oben auf der Hohe Straße, eine der am stärksten frequentierten Fußgängerzonen Deutschlands in Geschäften und bei Kunden und Passanten alltägliches Treiben herrschte, konnten wir so in unterirdischer Bauweise den Hauptkanal sowie sämtliche defekten Hausanschlüsse sowie Sinkkastenleitungen erneuern. Hierfür haben wir insgesamt 300 m Spritzbetonstollen, davon 50 m Zubringerstollen (DN 3500) sowie 100m Querstollen zur Erneuerung der Hausanschlüsse errichtet.

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Um Besucher und Geschäfte von Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahme zu verschonen, wurde der Stollenvortrieb nur von einem Förderschacht (6 m Durchmesser) in der benachbarten Salomonstraße aus durchgeführt, was zu ungewöhnlich langen Förderwegen im Stollen führte. Bis zu 260m teilweise verzweigte Tunnelwege musste die E-Lok mit Lore vom Förderschacht bis zur am weitesten entfernten Stelle der Gesamtmaßnahme zurücklegen.

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Eine weitere Schwierigkeit kam hinzu: Die heutige Hohe Straße ist nahezu deckungsgleich mit der Kardo Maximus, der wichtigsten Nord-Südachse der um 50 n. Chr. gegründeten römischen Stadt. Die Folge: Sämtliche Bauarbeiten mussten mit den Archäologen des Römisch-Germanischen Museums zeitintensiv koordiniert und bei historischen Funden unterbrochen werden. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Die Ausgrabungen anlässlich des Stollenbaus ermöglichten den Archäologen, die Baugeschichte der historischen Straßen detailgenau nachzuzeichnen. Weiter Informationen zu diesem Stollenbauprojekt der Bauunternehmung Friedrich Wassermann finden Sie hier.

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Daten:

  • Bauherr: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR
  • Technische Angaben: 300 Stollenbau in Spitzbetonbauweise ohne Zwischenschacht, lichte Weite 1,80m x 2,20m, Überfahren des Altkanals, Durchfahren der Schächte, Steinzeugrohkanäle DN 300-600, ca. 1.500m³ Stollenausbruch in aufgefüllten Böden
  • Bauzeit: über 3 Jahre